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Der Finanzmarkt-Kommentar im April 2026

Gesponserter Artikel

Der Vermögensverwalter Klaus-Peter Breiling gibt Auskunft zum aktuellen Finanzmarkt!

  • Trump erweist sich als „Tr(u)mpeltier“
  • Aktuelles
  • Der Mythos von stabilen Immobilienfonds
  • Carmignac ELTIF Evergreen: Zugang zu europäischem Private Equity
  • Unser Ansatz im aktuellen Markt
  • Ausblick

Trump erweist sich als „Tr(u)mpeltier“

Der eindrücklichste Beleg für die pädagogische Wirkung der Märkte ist das Handeln von Donald Trump, der amerikanische Präsident, der sich weder um Anstand noch Völkerrecht schert und sich brüstet, auf nichts Rücksicht nehmen zu müssen, als auf die Ideen in seinem eigenen Kopf. Brechen allerdings die Börsenkurse ein, bringt ihn das zum Nachdenken. Als „Taco“-Präsident, kurz für „Trump always chickens out“, korrigiert er über Nacht seinen Kurs, sobald die Finanzmärkte ihn abstrafen und er schwächt seine oft kryptischen Ankündigungen ab. Am Ende zählt, was für ihn finanziell herausspringt. Das mag zynisch klingen, bringt dem Rest der Welt aber wenigstens ein bisschen Berechenbarkeit.

Aktuelles

Das erste Quartal 2026 und der Übergang ins zweite Quartal stehen ganz im Zeichen einer deutlichen Zuspitzung geopolitischer Risiken, die zunehmend direkten Einfluss auf die Kapitalmärkte nehmen. Während Aktienmärkte über weite Strecken hinweg bemerkenswerte Resilienz gezeigt haben, hat sich das Umfeld seit der Eskalation des Iran-Konflikts Ende Februar spürbar verändert. Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran wirken nicht mehr nur als abstrakter Risikofaktor, sondern entfalten konkrete Auswirkungen auf Energiepreise, Inflationserwartungen und Kapitalmarktzinsen.

Der Ölpreis hat infolge der Unsicherheiten zeitweise die Marke von 100 USD je Barrel überschritten und damit Inflationssorgen neu entfacht. In Kombination mit weiterhin robusten Arbeitsmärkten und nur moderat rückläufigen Teuerungsraten sehen sich Zentralbanken zunehmend in einem Spannungsfeld zwischen Wachstumsstützung und Preisstabilität. Die Erwartung schneller Zinssenkungen hat sich entsprechend relativiert, was insbesondere zinssensitive Marktsegmente belastet.

Gleichzeitig bleibt das übergeordnete Marktbild von einem bemerkenswerten Gegensatz geprägt. Auf der einen Seite stehen solide Unternehmensgewinne, strukturelle Wachstumsfantasien, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz und weiterhin hohe Liquiditätsbestände institutioneller Investoren. Auf der anderen Seite wächst die Liste der Risiken: Geopolitische Konflikte, hohe Staatsverschuldung, strukturelle Schwächen in einzelnen Immobilienmärkten sowie ambitionierte Bewertungen in Teilen des Technologiesektors.

Dieses Spannungsfeld spiegelt sich in der Marktpsychologie wider. Viele Investoren agieren vorsichtig, Rücksetzer werden selektiv genutzt, während gleichzeitig die Skepsis gegenüber der Tragfähigkeit der Aufwärtsbewegung bestehen bleibt. Das bekannte Börsenmuster des „Climbing the Wall of Worry“ bleibt damit intakt. Nach unserer Einschätzung befinden sich die Märkte weiterhin in der Phase des „Wachsens in der Skepsis“, von einer aufkommenden Euphorie kann allerdings noch keine Rede sein, insbesondere aufgrund der jüngsten geopolitischen Ereignisse.

Parallel dazu hat sich das Umfeld für festverzinsliche Anlagen weiter strukturell verbessert. Das aktuell höhere Zinsniveau eröffnet insbesondere im kurz- bis mittelfristigen Laufzeitenbereich wieder attraktive Renditen bei überschaubarem Risiko. Für Anleger bedeutet dies, dass ausgewogene Portfolios heute wieder stärker auf mehreren stabilen Ertragssäulen stehen können und nicht mehr ausschließlich auf Aktien angewiesen sind, um auskömmliche Renditen zu erzielen.

Der Mythos von stabilen Immobilienfonds:

Ein traditionell beliebter Baustein vieler deutscher Privatanleger – offene Immobilienfonds – fällt in dieser Marktphase dagegen zunehmend kritisch auf und sogar der Bafin-Chef Mark Branson warnt vor Risiken. Nach Jahren weitgehend stabiler, wenn auch moderater Erträge geraten diese Produkte durch die Zinswende, Bewertungsanpassungen und Mittelabflüsse unter Druck und liefern teilweise sogar negative Renditen.

Offene Immobilienfonds wurden lange als ruhiger Hafen für sicherheitsorientierte Anleger positioniert. Dabei dienten Faktoren wie niedrige Schwankungen, kontinuierliche Ausschüttungen und eine vermeintlich stabile Werteentwicklung immer wieder als Verkaufsargument. Die jüngsten Jahre zeigen jedoch, dass auch diese Anlageklasse keineswegs frei von Risiken ist, insbesondere, wenn man neben den Ausschüttungen auch die Kursentwicklung betrachtet.

Ein prominentes Beispiel ist der UniImmo: Global (Union Investment). Über das Jahr 2025 musste der Fonds einen Rückgang von rund 12,5 % hinnehmen, die Ein-Jahres-Performance zum Stichtag 10.04.2026 beträgt etwa minus 11,86 % und auch über drei und fünf Jahre liegen die annualisierten Renditen im negativen Bereich. Über zehn Jahre weist der Fonds nur eine leicht negative bis nahe null verlaufende Wertentwicklung aus, deutlich entfernt von dem, was viele Anleger mit „Betongold“ verbinden.

Leicht positiver entwickelte sich der Deka-ImmobilienGlobal, der in den vergangenen Jahren zwar positive, aber nur sehr moderate Renditen erwirtschaften konnte. Für 2025 werden etwa 1,98 % ausgewiesen, bei einem drei- und fünfjährigen Zeitraum liegen die Zuwächse im Bereich von rund 1,79 % und 1,82 % p.a. Auch langfristig über zehn Jahre ergibt sich nur eine jährliche Performance von rund 1,84 %.

Der hausInvest als weiterer großer, in Deutschland sehr verbreiteter Immobilienfonds zeigt ein ähnliches Bild. Über drei Jahre kommt der Fonds auf rund 2,07 % p.a., über fünf Jahre auf etwa 2,28 % p.a. und über zehn Jahre auf knapp 2,18 % p.a. Diese Zahlen sind solide, fallen aber im aktuellen Umfeld deutlich hinter einfache Zinspapiere oder Festgeldangebote zurück, die ohne Illiquiditätsrisiken und ohne Immobilienmarktrisiken ähnliche oder höhere Renditen bieten.

Eine Übersicht ausgewählter Fonds per Anfang 2026 (Abruf vom 10.04.2026, Fondsweb.de):

Fonds1 Jahr3 Jahre p.a.5 Jahre p.a.10 Jahre p.a.
UniImmo: Globalca. -11,86 %ca. -4,59 %ca. -2,28 %ca. -0,49 %
Deka-Immo: Globalca. +1,98 %ca. +1,79 %ca. +1,82 %ca. +1,84 %
hausInvestca. +1,89 %ca. +2,07 %ca. +2,28 %ca. +2,18 %

Diese Renditeverläufe verdeutlichen: Die „Ruhe“ im Kursverlauf offener Immobilienfonds ist zum Teil eine buchhalterische, denn Bewertungen werden mit Zeitverzug angepasst, Marktbrüche zeigen sich nicht täglich, sondern eher in größeren Schritten. Im aktuellen Zinsumfeld sind die Netto-Ertragschancen vieler Fonds nicht mehr konkurrenzlos, sondern werden von liquiden Alternativen übertroffen, die zudem transparente Marktpreise und tägliche Verfügbarkeit bieten.

Strukturelle Nachteile offener Immobilienfonds:

Neben der jüngsten Wertentwicklung rücken mehrere strukturelle Nachteile offener Immobilienfonds stärker ins Bewusstsein:

  • Eingeschränkte Liquidität und Verfügbarkeit: Anteile können zwar regelmäßig unter Einhaltung einer 12-monatigen Frist zurückgegeben werden, aber nicht jederzeit unbegrenzt; in Stressphasen drohen Rücknahmebeschränkungen oder temporäre Schließungen, wie die Vergangenheit gezeigt hat.
  • Keine reale börsentägliche Bewertung der Immobilienmarktpreise: Die Bewertung der Immobilien erfolgt in längeren Abständen, sodass Anleger keinen unmittelbar marktgerechten Kurs sehen und Risiken im Portfolio verzögert abgebildet werden.
  • Kostenstrukturen: Ausgabeaufschläge und laufende Gebühren liegen vielfach deutlich über denen von Aktien- oder Renten-ETFs, obwohl die langfristigen Renditen eher moderat ausfallen.
  • Segmentrisiken: Speziell Büro- und Einzelhandelsimmobilien stehen durch Homeoffice-Trends, Flächenreduktionen, verstärkten Onlinehandel, etc. strukturellem Druck gegenüber, was Vermietungsquoten, Mieten und Bewertungsreserven belasten kann.

In Summe erscheinen uns offene Immobilienfonds heute nicht mehr als „selbstverständlicher Basisbaustein“ für vermögensverwaltende Mandate, sondern als Anlage, die wie jede andere sehr bewusst hinsichtlich Rendite-Erwartung, Risiko, Liquidität und Kosten geprüft werden muss.

Wir empfehlen, Ihr Depot in regelmäßigen Abständen zu prüfen, gerade bei etablierten Bausteinen wie Immobilienfonds, deren Ertragschancen sich grundlegend gewandelt haben. Wenn Sie sich strategisch neu aufstellen möchten, sprechen Sie uns gerne an.


Carmignac ELTIF Evergreen: Zugang zu europäischem Private Equity

Gerne möchten wir Ihnen heute auch einen neuen Fonds, den Carmignac ELTIF Evergreen vorstellen, der speziell in den Private Equity Zweitmarkt investiert.

Private Equity hat sich langfristig als robuste Ergänzung zu Aktien und Anleihen bewährt. Der Anleger hat damit die Möglichkeit an europäischen Mittelstandsunternehmen teilzuhaben, von welchen ca. 96% nicht börsennotiert sind. Europäische Unternehmen haben dabei aktuell gesündere Fundamentaldaten als zum Beispiel amerikanische Unternehmen.

Der Fonds bietet Privatanlegern die Möglichkeit, von illiquiden Private Assets zu profitieren, die sich früher meist an institutionelle Investoren gerichtet haben und oft mit langen Anlagezeiträumen und höherem Kapitaleinsatz verbunden waren. Das Kernstück des Fonds sind sogenannte europäische „Secondaries“.

Der Fonds kauft Anteile an bereits laufenden, reifen Portfolios von etablierten Buyout- und Wachstumsgesellschaften mit einem Abschlag ein, er bedient sich somit am Zweitmarkt der eigentlichen Private Assets. Das bedeutet sofortiges Vollinvestment ab Tag eins, hohe Diversifikation über Branchen, Regionen und Zeitperioden, ohne dass das Geld zunächst unnötig stillliegt. Um dies zu ermöglichen, arbeitet Carmignac eng mit einem der führenden Unternehmen und einem Pionier im Secondaries-Bereich, Clipway, zusammen und nutzt sein eigenes erfahrenes Team, darunter Experten mit Jahrzehnten an Private-Equity-Praxis. So entsteht erstmals der Zugang zu exklusiven Deals in diesem Marktsegment, wobei weiterhin auf eine genaue Prüfung und Auswahl geachtet wird.

Private Equity hat sich historisch als robuste Anlageklasse bewährt und erreichte annualisierte Renditen von 7-16% p.a., bei niedrigerer Volatilität und als Ergänzung zu Aktien und Anleihen. Zudem kann Europa hier besser abschneiden als die USA, mit Renditen von 18,2% p.a. gegenüber 12,9% p.a., bei 5 Jahren Anlagezeitraum und starken Fundamentalkennzahlen. Der Carmignac ELTIF Evergreen strebt dabei eine Rendite zwischen 8-12% für seine Investments in den Zweitmarkt an.

Gerade in der aktuellen Zeit sind die Bedingungen ideal, denn niedrige Zinsen beleben Transaktionen, Exits nehmen zu und Europas Wirtschaft braucht frisches Kapital für Wachstumsthemen wie die Energiewende oder den Ausbau der Infrastruktur. Der Markt für Private Equity wächst demnach stark und damit auch der zugehörige Zweitmarkt, die Secondaries.

(Quellen: PitchBook Secondaries Benchmarks, Q2 2025; PitchBook Private Equity-Benchmarks, Q2 2025; Clipway Tess Datenbank).

Unser Ansatz im aktuellen Markt?

In einem Umfeld, in dem der Iran-Krieg für jüngste Rücksetzer an den Märkten sorgt und die Unsicherheit bei Anlegern zunimmt, in dem KI-Sorgen wachsen, während die Unternehmensergebnisse Höchststände erreichen und in dem vermeintlich konservative Anlagen wie Immobilienfonds enttäuschen, bleiben wir unserem defensiv‑chancenorientierten Ansatz treu.

  • Fokussierung auf Qualitätsunternehmen mit soliden Bilanzen, stabilen Cashflows und nachvollziehbaren Geschäftsmodellen, statt Wetten auf kurzfristige Trendthemen.
  • Bewusste Steuerung der Aktienquote und selektive Beimischung von Sektoren, die nicht Teil der größten Bewertungsfantasien sind.
  • Selektive Berücksichtigung des attraktiven Anleihemarktes (Staats‑ und Unternehmensanleihen, ggf. auch strukturierte Produkte) zur Generierung laufender Erträge bei überschaubarem Risiko.
  • Nutzung von kurzfristigen Rücksetzern und Unsicherheiten an den Aktienmärkten im Zuge des Iran-Krieges, verbunden mit höheren Volatilitäten zum längerfristigen Einstieg.

Ausblick

Die kommenden Quartale dürften von einer zunehmenden Differenzierung geprägt sein. Die Volatilitäten steigen und wichtig für den Jahresverlauf wird sein, wann der Iran-Konflikt ein Ende findet und wie lange sich die daraus aufgekommenen Unsicherheiten und Problematiken auf die Weltmärkte auswirken. Ebenfalls wird sich zeigen, welche Unternehmen und Anlageklassen ihre Bewertungsniveaus durch nachhaltige Ertragskraft rechtfertigen können und wo sich überzogene Erwartungen entladen.

Für Immobilienfonds bedeutet dies, dass der Anpassungsprozess an das neue Zins- und Marktumfeld noch nicht abgeschlossen sein muss. Weitere Bewertungsanpassungen, Portfolio-Bereinigungen oder Strukturmaßnahmen sind möglich und sollten bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden.

Unser Ansatz bleibt daher unverändert: Fokus auf Qualität und Bewertung, breite Diversifikation über liquide Anlageklassen, selektiver Einsatz von Spezialstrategien wie Mischfonds und strukturierten Produkten und ein bewusster Verzicht auf Anlagen, bei denen Rendite, Transparenz und Liquidität nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis stehen. So schaffen wir aus unserer Sicht die Grundlage, Ihr Vermögen auch in einem Umfeld von „Wall of Worry“, niedrigen Immobilienfonds-Renditen, unsicheren Prognosen und geopolitischen Spannungen langfristig zu schützen und weiterzuentwickeln.

Herzliche Grüße

Ihr Team der
Breiling | Spohn & Kollegen
Vermögensverwaltung GmbH

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Breiling | Spohn & Kollegen Vermögensverwaltung GmbH
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Disclaimer/Risikohinweis:
Dieser Kommentar dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumen- ten oder zu einer sonstigen Wertpapiertransaktion dar. In einem persönlichen Gespräch stehen wir gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Eine Investmentstrategie orientiert sich stets an den persönlichen Umständen eines Anlegers wie beispielsweise Anlagehori- zont, Risikoerwartungen und Renditeziele. © Breiling Spohn und Kollegen Vermögensverwaltung GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Eine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben oder dem Eintreffen von Erwartungen kann nicht übernommen werden und keine Aussage in diesem Marktkommentar ist als solche Garantie zu verstehen. Die Breiling Spohn und Kollegen Vermögensverwaltung GmbH noch deren Kooperationspartner übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieser Präsentation oder deren Inhalt. Weder die Veröffentlichung noch eine Vervielfältigung dieses Marktkommentars darf ohne die vorherige ausdrückliche Erlaubnis der Breiling Spohn und Kollegen Vermögensverwaltung GmbH auf irgendeine Weise verändert oder an Dritte verteilt oder übermittelt werden. Mit der Annahme dieses Marktkommentars wird die Zustimmung zur Einhaltung der o.g. Bestimmungen gegeben.

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