
Ein milder Sommerabend an der Mosel: Die Weinberge zeichnen sich ruhig im Hintergrund ab, im Publikum liegt erwartungsvolle Stille – bis die Band einsetzt. Kraftvoll, fokussiert, präsent. Ein Auftakt, der den Rahmen für einen besonderen Konzertabend setzt.
Nach restlos ausverkauften Abenden im vergangenen Jahr kehrte die Big Band Art of Music 2026 zurück an Saar, Ruwer und Mosel – mit vier Konzerten, vier Weingütern und einer Erfolgsgeschichte, die sich konsequent fortschreibt. Am Freitagabend machte die Tour Station im renommierten Weingut Nik Weis – St. Urbans-Hof in Leiwen. Bereits seit Dezember ausverkauft, entwickelte sich der Abend zu dem, was viele erwartet hatten: ein intensives Open-Air-Erlebnis mit beinahe intimem Charakter, bei dem Publikum und Musik spürbar näher zusammenrückten.
Unter freiem Himmel verbanden sich Klang und Kulinarik zu einer stimmigen Einheit. Die eigens konzipierte Reihe bringt die Stärken der Region präzise auf den Punkt: Charakter, Qualität und Authentizität. Die unverwechselbare Klangfarbe von Art of Music trifft auf differenzierte Rieslinge – kontrastreich, klar und lebendig.
Unter der Leitung von Bandleader Christian Botzet spannte die Band einen weiten musikalischen Bogen: von klassischen Swing- Arrangements über Latin-Elemente bis hin zu Pop- und Musical-Adaptionen. Präzision und Spielfreude greifen dabei selbstverständlich ineinander – ein Markenzeichen des Ensembles, das seit über 30 Jahren zu den festen Größen der Großregion zählt. Ergänzt wurde das Ensemble durch Shirley Winter, Steff Becker, Christian Schmitt und Miss Carolyne aus Mannheim, deren Auftritte durch Präzision, Präsenz und musikalische Vielseitigkeit geprägt waren.
Auch jenseits der Bühne setzte der Abend Akzente. Gastgeber Nik Weis führte gemeinsam mit Christian Botzet durch seine Kollektion und eröffnete Einblicke in Philosophie, Lagen und aktuelle Entwicklungen im Weinbau. Fachlich fundiert, klar eingeordnet und zugleich zugänglich vermittelte er ein differenziertes Bild der Region und ihrer Herausforderungen.
So entstand ein Abend, der über das Konzerterlebnis hinausging: als Dialog zwischen Musik und Wein, zwischen künstlerischem Ausdruck und gelebter Handwerkskultur. Für das Publikum eine seltene Gelegenheit, die Geschichten hinter den Weinen und ihren Erzeugern unmittelbar zu erleben. Der Auftakt der Tour fand bereits im Juni im Weingut von Othegraven in Kanzem – gemeinsam mit Günther Jauch – statt und setzte früh Maßstäbe.
Jeder weitere Abend entwickelt seither seine eigene Dynamik, geprägt von Ort, Menschen und Atmosphäre. Konstant bleibt die Verbindung aus musikalischer Qualität und regionaler Identität. „Art of Music meets Mosel“ hat sich damit längst als Format etabliert, das weit über klassische Konzertreihen hinausgeht – verbindend, vielseitig und nachhaltig in der Wirkung. Auch 2026 zeigt sich: Wenn Rhythmus und Riesling aufeinandertreffen, entsteht mehr als ein Abendprogramm – es entsteht ein Erlebnis.